Das Buch “Thron und Altar, Oktogon und Sechzehneck. Die Herrschaftsikonographie der karolingischen Pfalzkapelle“ (Geymüller Verlag für Architektur) liefert neben neuen Erkenntnissen zur Maßordnung des Aachener Doms auch erstmals eine umfassende Katalogisierung und Deutung der präkarolingischen Graffiti auf Thron und Altarmensa, die u.a. den lange überfälligen Nachweis der Herkunft der Marmorplatten des Thrones aus Jerusalem erbringen.

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Jan Pieper
Bruno Schindler

Thron und Altar, 
Oktogon und Sechzehneck

Die Herrschaftsikonographie der karolingischen Pfalzkapelle zu Aachen

240 Seiten mit über 450 Zeichnungen und meist farbigen Abbildungen.

Format 21,8 x 30,2 cm. Hardcover mit zwei Lesebändchen
ISBN: 978-3-943164-38-1
39,00 EUR

Das Aachener Münster gehört zweifellos zu den architekturgeschichtlich wie kulturhistorisch bedeutendsten Bauwerken überhaupt, und mit Recht wurde es deshalb auch 1978 als erstes deutsches Baudenkmal in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Angesichts dieser Prominenz sollte man annehmen, daß alle die Architektur betreffenden Forschungsfragen längst geklärt sind, oder wenigstens präzis benannt wurden, aber beides ist mitnichten der Fall, wie diese Studie der Aachener Bauforscher Jan Pieper und Bruno Schindler eindrucksvoll belegt. 

Das Buch untersucht die Bildformeln, mit denen die weitgefasste karolingische Staatsidee architektonisch inszeniert wird: Die Einbindung der Herrschaft in eine heilsgeschichtliche Perspektive durch materielle und symbolische Rückbezüge auf das biblische Jerusalem und die Stätten der Passion, die formalen und maßstäblichen Analogien von Thron und Oktogon, die in antik-römischen Maßen angelegten Geometrien und arithmetischen Konstruktionen des Bauwerks, die strenge Orientierung der Pfalz mit einem nach den vier Weltgegenden ausgreifenden Achsenkreuz, in dessen Schnittpunkt sich der Karlsthron erhebt.

Die Herrschaftsikonographie der Aachener Pfalzkapelle dient der Verbildlichung von Staatsidee und Selbstverständnis Karls des Großen – als Schirmherr der lateinischen Christenheit, als Verkörperung und sichtbare Mitte des Reiches, als germanischer Nachfolger im Kaisertum des Imperium Romanum, als unumschränkter Universalherrscher über die Völker des Westens.

https://www.geymueller.de

(C) Geymüller | Verlag für Architektur GmbH & Co. KG

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